Die Polizei begleitete Jenaer Fans, die mit dem Zug angereist waren, vom Bahnhof aus auf dem Weg durch die Stadt ins Stadion an der Aue. Foto: Alexander Volkmann
Drei Festnahmen und drei verletzte Polizisten, das bilanzierte die Polizei, 20 Stunden nach dem Halbfinale im Fußball-Landespokal zwischen Union Mühlhausen und Carl Zeiss Jena. Das sahen am Mittwochabend im Aue-Stadion 3000 Menschen.
Mühlhausen. Aufgefallen waren die teils alkoholisierten "Fußball-Fans" durch Körperverletzungen, Tragen verfassungswidriger Symbole und Sachbeschädigung. Darüber hinaus registrierte die Polizei im Stadion zwei im Mühlhäuser Rot-Weiß-Erfurt-Fanblock gezündete Feuerwerksknaller. Nach Spielende wurde dann auch vor dem Stadion Feuerwerk gezündet, war es auf der Kreuzung Wanfrieder Straße/Marcel-Verfaillie-Allee zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen. Die Polizei musste Pfefferspray einsetzen. "Auch für uns ist das kein alltäglicher Einsatz", so Einsatzleiter
Reimund Hentschel.
"Es ist aus Polizeisicht alles gut gelaufen; die strikte Fantrennung hat sich bewährt." Man habe, sagt
Hentschel, mit den Problemen beim Verlassen des Stadions gerechnet. Wegen der Auseinandersetzung auf der Kreuzung, die mit einer Gewahrsamnahme eines polizeibekannten Straftäters endete, und weil die Jenaer zum Zug mussten, "haben wir die anderen Gäste durch unsere Kräfte und den Sicherheitsdienst zurückgehalten", erklärte
Erich Beubler von der Polizeiinspektion. Im Dienst war neben einer Hundertschaft der Polizei, die die Jenaer Fans vom und zum Bahnhof begleitete,
auch
Torsten Benkenstein mit seinem Mühlhäuser Sicherheitsdienst.
"Ich hatte unter meinen Mitarbeitern gefragt, wer kostenlos für den Verein, Union, und die Stadt das Spiel absichern könne und war völlig überwältigt, dass 22 Leute dabei mitgemacht haben", sagte
Benkenstein. Kritik gab es von den Zuschauern allerdings an den Parkmöglichkeiten in der Nähe des Stadions. Man hatte bewusst auf eine Ausschilderung von Stellflächen verzichtet. Aufgegangen, so scheint es, ist dies allerdings nicht. Anwohner umliegender Straßen beklagten wie auch Nutzer naher Einkaufsmärkte das wilde Parken. "Kurzerhand haben wir selbst einigen Gästen aus
Jena den Weg zu einer Parkfläche gewiesen", sagte ein Herr aus
Mühlhäuser dennoch freundlich.
Claudia Bachmann / 20.04.12 / TA